Klarheit im Wandel: Reflexionen nach einer kürzlichen Veranstaltung
- Riccardo Decarolis
- 27. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit, bei einer Veranstaltung in Zürich vor Fachleuten, Beratern und Führungskräften, die an vorderster Front der Nachhaltigkeitstransformation tätig sind, zu sprechen und zu moderieren. Es war der erste öffentliche Auftritt von Tranclarity, und die Vorbereitung sowie die Durchführung der Veranstaltung gaben mir wertvolle Einblicke in die aktuelle Situation der ESG Transformation. Nicht in der Theorie, sondern in der Praxis.
Die Kluft zwischen Ambition und Umsetzung
Beim Zuhören der anderen Referenten und den Diskussionen im Publikum wurde ein Thema unmissverständlich deutlich. Den Unternehmen mangelt es nicht an Ambitionen, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Tatsächlich sind Ambitionen oft der stärkste Teil.
Was jedoch fehlt, ist die Umsetzung.
Dies spiegeln die Ergebnisse einer aktuellen Studie von UST wider:
94 % der Unternehmen haben Schwierigkeiten mit ihrer Nachhaltigkeitstransformation.
Die grössten Hindernisse sind mangelnde Fachkenntnisse, unzureichende Schulungen, Datenprobleme und vor allem unklare strategische Ausrichtung.
Obwohl die meisten Führungsteams aktiv über Nachhaltigkeit diskutieren, setzen weniger als 60 % dies in konkrete, gemeinsame und umsetzbare Pläne um.
Die Teilnehmenden der Veranstaltung bestätigten diese Realität. Führungskräfte möchten handeln, sind jedoch von der Komplexität überwältigt. Und wenn die Komplexität zunimmt, geht die Klarheit verloren.
Warum Klarheit wichtig ist und wie Menschen darauf reagieren
Mein Vortrag „Klarheit im Wandel: Menschen und Unternehmen durch die ESG-Transformation führen” konzentrierte sich genau auf diesen Punkt. Ich war überrascht, wie stark diese Botschaft nachhallte. Als ich über Klarheit in Bezug auf Ziele, Prioritäten und Menschen sprach, nickten viele Teilnehmer zustimmend. Es scheint, dass Klarheit bei Transformationen kein Luxus ist. Sie ist die Grundlage.
Die Kraft des Gesprächs
Die Moderation der Veranstaltung war ebenso aufschlussreich wie die Präsentation. Während der Fragerunden kamen die Teilnehmenden immer wieder auf das zurück, was zwischen Zeilen passiert, nämlich die menschlichen Aspekte:
„Wie gewinnen wir Menschen für unsere Sache?”
„Wie gehen wir mit Unsicherheit um?“
„Wie schaffen wir Vertrauen für Veränderungen?“
Dies bestätigte meine bisherigen Erfahrungen. Transformationen sind nicht aufgrund eines Modells oder eines Rahmens erfolgreich. Sie sind erfolgreich, weil die Menschen das Weshalb verstehen, an die Richtung glauben und sich als Teil der Reise fühlen. Klarheit entsteht durch Gespräche, nicht durch Dokumentation.
Beispiele, auch kleine, sind wichtig
Während meiner Präsentation stellte ich Beispiele aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Kultur und organisatorischer Wandel vor. Was mir anschliessend in den Diskussionen auffiel, war, dass selbst kleine, reale Beispiele mehr Wirkung zeigten als alle Statistiken.
Das Publikum zeigte sich am stärksten interessiert, als die Komplexität von ESG greifbar wurde. Ein Team, das Schwierigkeiten hatte, Prioritäten zu setzen. Eine Strategie, die niemand vollständig verstand. Eine Führungskraft, die unsicher war, wie sie Unsicherheit kommunizieren sollte.
Dies hat mir erneut vor Augen geführt, dass die Zukunft der ESG-Transformation nicht von Rahmenwerken geprägt sein wird, sondern von Menschen, die wissen, wie man in unklaren Situationen für Klarheit sorgt.
Ein bedeutender Meilenstein für Tranclarity
Diese Veranstaltung war auch für mich persönlich von Bedeutung. Sie war einer der ersten öffentlichen Schritte für Tranclarity. Nicht als grosse Markteinführung, sondern als ruhiger, authentischer Anfang.
Tranclarity existiert, um Klarheit in komplexe Sachverhalte zu bringen. Die Veranstaltung bestätigte, dass dies nicht nur notwendig, sondern auch sehr wertvoll ist.
Die Vorbereitung, Präsentation, Moderation und die Gespräche mit den Teilnehmenden bestärkten mich in meiner Überzeugung, dass nachhaltige Transformation von mehr als nur Berichterstattung, Audits oder Compliance abhängt. Sie hängt von Menschen ab, die Strategie, Kultur und Umsetzung miteinander verbinden und anderen helfen können, in Zeiten des Wandels klar zu sehen.
Ausblick
Als ich die Veranstaltung verliess, fühlte ich mich sowohl energiegeladen als auch geerdet. Die Gespräche waren ehrlich. Die Herausforderungen waren real. Und der Wunsch nach Klarheit, in Bezug auf Nachhaltigkeit und darüber hinaus, war unverkennbar.
Ich freue mich darauf, diese Arbeit durch Tranclarity fortzusetzen, Organisationen und Führungskräfte bei der Bewältigung der bevorstehenden Komplexität zu unterstützen und mehr Menschen dabei zu helfen, das Selbstvertrauen zu entdecken, das Klarheit mit sich bringt.

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